Die Frucht von Loslassen ist die Geburt von etwas Neuem

Loslassen- wie oft hören Patienten und Angehörige diesen Begriff, wenn es darum geht, sich von dieser Existenz zu verabschieden. Es ist so leicht ausgesprochen und doch so unglaublich schwer! Ich vermeide diesen Begriff, weil ich denke, es ist nicht mein Recht den andern aufzufordern, etwas, dass er liebt, loszulassen. Warum denn auch? Als ob wir damit die Macht hätten, das Sterben zu erleichtern oder zu beschleunigen! Es geht für mich nicht um das Loslassen, es geht darum dem Menschen, den man gehen lassen muss, einen neuen Ort zuzuweisen und ihm damit einen dauerhaften Platz in der eigenen Biographie zu verschaffen. Ein langer und oft sehr schmerzhafter Prozess! Von Meister Eckhart existiert das in der Überschrift genannte Zitat: Die Frucht von Loslassen ist die Geburt von etwas Neuem. Wenn ein Mensch stirbt ist es ja doch oft ein zwangsweises Loslassen und ja – es kommt etwas Neues. Ob das aber gut sein wird, ist ja doch oft die Frage.

So geht es mir ja auch gerade – Ich muss schon wieder etwas Loslassen. Erst meine sehr geliebte Palliativstation mit den Mitarbeitern in Frankfurt und jetzt den Förderverein „Die Brücke Frankfurt“. Diesen Verein habe ich mitgegründet und sehr viel Zeit und Herzblut investiert. Ja und tatsächlich, es ist etwas Neues geboren – der Förderverein für die Palliativmedizin am Sana Klinikum in Offenbach: Palliare e.V.

Ich bin an eine neue Arbeitsstätte umgezogen, die inzwischen tatsächlich zu meinem neuen Arbeits-Zuhause geworden ist. Ich fühle mich hier jetzt richtig wohl – soweit das für einen Frankfurter in Offenbach möglich ist!  :-) Ich fürchte, ich werde noch zu einem richtigen Offenbach-Fan werden… Das Titelbild dieses Blogbeitrags ist ein Bild, dass ich zum Abschied geschenkt bekommen habe. Es hängt in meinem neuen „Zuhause“ über meinem Schreibtisch – es ist die Kaiserleibrücke, eine Verbindung von Frankfurt und Offenbach. Auch hier ist jeder Cent hilfreich um Patienten und ihren Angehörigen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen zu können. Deshalb zieht demnächst auch mein Blog dorthin, um den Förderverein mit Leben zu erfüllen!

Damit sie weiter an Geschichten über die Palliativmedizin teilhaben können, abonnieren sie bitte wieder meinen Blog auf der Homepage des Fördervereins: www.palliare.org. Sie finden hier demnächst den Startschuss dazu!

Bleiben Sie mir gewogen! :-)

Master of Desaster

 

Es gibt ein Bleiben im Gehen,

Ein Gewinnen im Verlieren,

Im Ende einen Neuanfang.